Widi

„Widi“ – Kantonales Naturschutzgebiet

Das „Widi“ ist für die Gemeinde Meikirch und Umgebung ein wichtiger Erholungsraum. Bei genügend Wasser und Kälte ist es im Winter eine weit über die Gemeindegrenze hinaus bekannte Natureisbahn. Auf dem „Widi“ spielten und trainierten die Gründer des EHC Grächwil. Das „Widi“ ist ein ökologisch wichtiger Trittstein, ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ein Amphibienlaichplatz.

 Das „Widi“ ist ein Flachmoor mit stark bultigem Gross-Seggenried, umgeben von einer dauerbegrünten Pufferzone. Das Flachmoor „Widi“ liegt auf einer Höhe von 660 m ü. M. und ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit. Unsere Region wurde mehrmals vom Aaregletscher durch grosse Eismassen überdeckt, letztmals vor 10‘000 Jahren in der Würm Eiszeit. Der Untergrund ist also glazialen Ursprungs und ermöglicht durch die wasserundurchlässige Schicht erst die Bildung eines Flachmoores in der Mulde am Nordrand des Waldes. Weitere Überbleibsel aus dieser Zeit sind das Löörmoos und das Büsselimoos. Beide haben sich wegen der unterschiedlichen Exposition zu Hochmooren entwickelt, während das „Widi“ im Stadium eines Weihers ist. Der Name „Widi“ erschien erstmals im Siegfried Atlas von 1878 und ist seit 1917 als stehendes Gewässer erfasst. Der Zufluss war damals auf der Südostseite. Mit der Drainage des umliegenden Landes erfolgte der unterirdische Zufluss auf der Nordostseite. Am 15. Dezember 1970 wurde das Widi vom Regierungsrat des Kantons Bern unter Naturschutz gestellt. Ohne den Zufluss des nährstoffhaltigen Drainagewassers würde das „Widi“ austrocknen. Durch den Düngereintrag beschleunigt sich allerdings der natürliche Prozess der Verlandung. Deshalb wurde der Weiher bereits zweimal ausgebaggert, erstmals im Jahre 1977 und dann im Jahre 2001. Bei diesem Eingriff wurde in Absprache mit dem Naturschutzinspektorat das Wasservolumen wieder vergrössert, die Pufferzone erweitert und am Ostrand ein biologisches Klärbecken erstellt, um die Nährstoffzufuhr zu reduzieren. Messungen haben ergeben, dass diese Massnahme Wirkung zeigt. Das Vorhaben konnte vom Naturschutzverein nur durch die finanzielle Unterstützung des Kantons und der Gemeinde realisiert werden. Der Naturschutzverein hat mit Eichenbalken und Schnitzelholz einen geführten Rundweg erstellt und Bänke zum Verweilen und Beobachten aufgestellt. Der Rundweg und das Umland werden von Freiwilligen aus dem Verein jährlich gepflegt.

Bericht: Peter Sahli